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Sucht – die verdrängte Krankheit

Das Seminar

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An diesem Seminarwochenende möchten wir uns einem Thema zuwenden, von dem wir alle betroffen sind. Neben dem Tod, der Angst und auch der Sexualität gibt es wohl kein seelisches Thema, das wir so tabuisieren wie die Sucht.
Wir sind bemüht, süchtiges Verhalten nur jenen Personen zuzuordnen, die von Drogen wie Alkohol, Cannabis, Chrystl Meth, LSD, Heroin, Medikamente, Zigaretten usw. abhängig sind, ohne uns bewusst zu sein, dass es auch sogenannte prozessgebundene, also nichtstoffliche Süchte wie z.B. Workaholik, Sportsucht, Fernsehsucht, Internet – bzw. Smartphonesucht, Abhängigkeiten von sogenannten sozialen Netzwerken, Sexsucht, Spielsucht, Beziehungs – und Romanzensucht, Essstörungen usw. gibt. Hier wird das Eis für uns alle dann schon dünner.
Jeder Stoff und jegliches Verhalten kann ein potentielles Suchtmittel für uns sein.

Wir alle sind Süchtige, einfach deshalb, weil uns etwas bzw. jemand fehlt, weil wir Teile von uns verloren haben und sich an diesen Stellen in unserer Seele „schwarze Löcher“ gebildet haben, die, ähnlich den schwarzen Löchern im Universum, alles verschlingen können.
Sucht herrscht also immer dort, wo wir in der Trennung und in der Abspaltung sind und wo wir, in der Folge davon, von der Angst beherrscht werden.
Süchtig sind wir dann, wenn wir auf eine bestimmte Substanz bzw. auf eine bestimmte Handlung nicht aus freiem Willen verzichten können.

Wir spüren, dass uns etwas fehlt, dass wir etwas verloren haben und unsere schwarzen Löcher in uns und unser Suchtverhalten wollen uns daran erinnern. Da diese Erinnerung immer mit der Angst und dem Schmerz über den Verlust zusammenhängt, tun wir alles, um diese Selbsterkenntnis zu verhindern.
Wir wählen einen Stoff oder eine Handlung aus, die am besten als Futter für diese schwarzen Löcher passt und da sich diese Löcher mit unserem Suchtverhalten auf Dauer nicht stopfen lassen, müssen wir immer für entsprechenden Nachschub sorgen. Das seelische Problem dabei ist, dass sich diese Löcher dadurch immer weiter ausbreiten und dadurch immer mehr Nachschub einfordern.

Aufgrund dieser seelischen Mangelsituation haben wir eine Suchtperson in uns installiert, der wir den Auftrag gegeben haben, die „Fütterung“ dieser schwarzen Löcher für uns zu übernehmen.

Vor allem wenn wir unsere Beziehungen und hier vor allem unsere Paarbeziehungen anschauen, können wir süchtiges Verhalten erkennen. So degradieren wir unsere/n PartnerIn zum Lieferanten für die seelische und manchmal auch für die materielle Versorgung unserer schwarzen Löcher. Das hat mit Liebe so gut wie nichts zu tun, die den anderen immer so lässt, wie er ist, sondern hier treffen wir auf ein gegenseitiges Abhängigkeitsverhalten, das von Manipulation geprägt ist. So werden der/die PartnerIn bzw. die Beziehung zum Suchtstoff.

Wir alle sind süchtig, einfach deshalb, weil wir hier sind. Wir sind auf dem Planeten der Trennung, der Abspaltung, der Erkenntnis von gut und böse und der Dualität gelandet, um diese Erfahrungen machen zu können. Wir sind gefangen in unserer „Sehn-sucht“ nach der Einheit, aus der unser Bewusstsein gefallen ist. So tun wir alles dafür, um uns dieser Sehnsucht nicht wirklich stellen zu müssen und unserem Schmerz entkommen zu können.
Da wir die Erfüllung dieser Sehnsucht hier auf Erden nicht bekommen, betäuben wir uns mit unserem Suchtverhalten, so dass wir sie nicht mehr spüren müssen. Dies gleicht immer einer Todesspirale, da sich die schwarzen Löcher in uns dadurch immer mehr ausbreiten und uns am Ende ganz verschlingen.

Um uns auf den Weg der Genesung machen zu können, ist es notwendig, uns als erstes zu unserem süchtigen Verhalten und zu unserer eigenen Hilflosigkeit in Bezug auf unsere Sucht zu bekennen. Ohne diesen ersten Schritt ist an eine Heilung nicht zu denken.
Danach können wir uns auf den Weg machen, um herauszufinden, wer, bzw. was uns zu unserer Ganzheit noch fehlt. Dieser Weg geht in der Regel mit einer Entscheidung, auf süchtiges Verhalten zu verzichten, einher.

Wenn wir die schwarzen Löcher in uns nicht mehr mit dem Suchtmittel befriedigen, beginnen sie, „seelische Lava“ zu spucken, d.h. wir gehen auf Entzug und geraten dadurch in die Nähe von bestimmten Wahrheiten über uns, vor denen wir bisher aufgrund der Angst, auf der Flucht waren. Diese schwarzen Löcher öffnen sich und wollen uns in ihren Bann ziehen. Davor haben wir die größte Angst und so ist es nicht verwunderlich, wenn wir in Bezug auf unsere Abstinenz den einen oder anderen Rückfall erfahren.

Die Such(t)bewegung ist bei Licht betrachtet schon die richtige Bewegung, da wir alle Suchende sind. Nur die Mittel (Suchtmittel), die wir auf diesem Weg gewählt haben, verschleiern unseren Geist und führen uns von unserer Bewusstheit weg.
Der heilsame Weg besteht darin, uns ganz auf das jeweilige schwarze Loch einzulassen, d.h. wenn wir mutig genug sind, und dieser Mut fordert das Letzte von uns, dann springen wir ganz bewusst in das jeweilige Loch hinein und dieser Sprung ist immer mit einem Sterbeprozess verbunden.

Wenn wir von einer Depression heimgesucht werden, findet dieser tiefe Fall in die dunkle Nacht der eigenen Seele immer von selbst statt. Von daher können wir sehen, dass eine Depression und süchtiges Verhalten immer zutiefst miteinander zusammen hängen.
Wenn wir in das schwarze Loch hineinspringen (Abstinenz) oder hineingeworfen werden (Depression), dann haben wir die Möglichkeit, all jenen Anteilen von uns zu begegnen, die wir verloren haben. Das sind, aus meiner langjährigen Erfahrung in der Begleitung von Menschen und auch in Bezug auf meine eigene Seelenreise, zunächst immer kindliche Seelenanteile. Sie mussten wir in den ersten Jahren unseres Lebens aufgrund von bedrohlichen Situationen in Sicherheit bringen. Mit jedem Kind, das wir innerlich in Sicherheit bringen mussten, erschufen wir ein schwarzes Loch in unserer Seele, da uns dieser Kindanteil dann nicht mehr zur Verfügung stand.

Sind wir bereit, uns diesen geopferten Anteilen zu nähern, durch den Schmerz der Trennung und auch durch die Angst zu gehen, dann können wir diesen verlorenen Teil endlich wieder zu uns zurück holen und das schwarze Loch kann sich dadurch selbst auflösen, nach dem Motto: „Wer voll ist, braucht sich nicht volllaufen zu lassen!“.